Wie atme ich optimal? Atmung ist der Schlüssel zum Immunsystem, zur körperlichen Leistungsfähigkeit & Regeneration.

Wir können Tage und Wochen ohne Nahrung auskommen, jedoch nur wenige Minuten ohne Sauerstoff. Die Atmung ist zweifelsohne unser wichtigstes und grundlegendstes Bewegungsmuster. Sie ist der Schlüssel zum Immunsystem, zur körperlichen Leistung, zur Regeneration und sogar zum Anti-Aging. FAZIT: Atmung beeinflusst unser ganzes Leben – quasi vom ersten bis zum letzten Atemzug.

Atmung im Yoga (Pranayama)

Im Yoga nehmen Atemübungen (Pranayama) eine zentrale Stellung ein. Wir atmen zwar selbstständig, aber beherrschen eine perfekte Atemtechnik meist nur als Baby oder Kleinkind. Mit zunehmendem Alter und Stress lässt diese Fähigkeit leider nach. Und somit auch die Versorgung unserer Zellen mit Sauerstoff. Also kein Wunder, dass für Yogis die Atemübungen eine gleichbedeutende Rolle spielen wie Ernährung & Bewegung. Wenn der Atem lang, fein und fließend ist, sind nicht nur unsere Zellen mit lebenswichtigem Sauerstoff besser versorgt, auch unser Geist wird gleichzeitig ruhiger. 

Dein Atem ist die Fernbedienung zu deinem Nervensystem!

In aufregenden Situationen hast du sicher schon das ein oder andere Mal den Satz gehört: „Atme erst einmal tief durch.“ Danach ging es dir sicher etwas besser. Warum ist das so? Der Atem ist die Fernbedienung zu deinem vegetativen Nervensystem! Dieser Teil des autonomen Nervensystems (Parasympathikus/Sympathikus) reguliert den Wechsel von Leistung/Aktivität/Anspannung einerseits und Erholung/Ruhe/Entspannung andererseits. Beide Systeme sollten im Gleichgewicht sein, um uns optimal leistungsfähig und gesund zu halten. D.h. durch Atmen kannst du deinen Körper stressen oder entspannen. Hektische Schnappatmung schaffen wir im alltäglichen Wahnsinn von ganz allein. Für den Körper ist dieser, durch den Sympathikus ausgelöste Alarmzustand, sehr anstrengend und erschöpfend. Doch wie sollte der Atem sein, damit man aus dem Alarmmodus rasch wieder heraus kommt oder gar nicht erst so oft hinein gerät. 

Tief durchatmen hilft, um auch in heiklen Situationen entspannt und geschmeidig zu bleiben. 

Aber wie atme ich eigentlich tief durch? 

Weißt du wirklich, wie du optimal atmest? Hast du dir darüber bis jetzt schon einmal Gedanken gemacht?

Atmest du durch den Mund oder durch die Nase? In den Bauch oder in die Brust? Wie langsam ist langsam? 

Anleitung zum tiefen Durchatmen: 

Einatmen: Luft fließt durch die Nase in deinen Körper hinein.

Ausatmen: Die Luft verlässt deinen Körper durch die Nase.

Zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen entstehen natürliche Atempausen. 

Mund- oder Nasenatmung? Macht das einen Unterschied? 

JA! Generell können wir durch den Mund und durch die Nase atmen, doch der Mund ist einfach nur für den Notfall gedacht, nicht als Dauerlösung. Der Mund wurde uns zur Nahrungsaufnahme und zur Kommunikation gegeben und unsere Nase zum Atmen. Falls die Nase mal verhindert ist, springt der Mund ein und für kurze Zeit ist die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff gesichert. Die Luft wird, durch die Nase eingeatmet, viel besser für unseren Körper vorbereitet. Die Atemwege werden durch den höheren Druck der eingeatmeten Luft trainiert, die Luft kommt schon erwärmt und befeuchtet im Rachenraum und in der Lunge an. Über die Nase nehmen wir nicht nur Luft der Umgebung in unserem Körper auf, sondern wir aktivieren den ältesten unserer Sinne, unseren Geruchssinn. Der gibt wiederum Informationen an unser Gehirn weiter. Mmmmmhhhh … wenn mich z.B. morgens der Duft von frischem Kaffee weckt, macht mich das als Kaffeeliebhaberin bereits glücklich. Gleichzeitig bin ich entspannt, denn mein Hirn hat gleich geschlussfolgert … ich starte entspannt mit einem Kaffee in den Tag. 🙂 

Viele Naturvölker und auch schon die alten Chinesen wussten: „Durch den Mund eingeatmete Luft macht krank. Die Chinesen bezeichnen es als  ni chi – unguter Atem.“

Die Mundatmung wirkt sich generell negativ auf unsere Atemwege aus. Warum? Durch den Mund eingeatmete Luft hat weniger Druck, wodurch das weiche Gewebe in unserem Rachen erschlafft und nach innen sinkt. Der Raummangel erschwert das Atmen und führt zu noch mehr Mundatmung. Durch den Mund eingeatmete Luft ist ungefiltert, unbefeuchtet und nicht erwärmt. Sie trocknet die Zunge aus, reizt den Rachen und verärgert die Lungen. Auch Schlafen mit offenem Mund verstärkt die Problematik noch mehr. Es führt zum Schnarchen, Schlafapnoen (Atemaussetzer), Bluthochdruck, Herzkreislaufbeschwerden, schädigt Hirnareale und macht sogar dumm. 

Nein, ein bisschen Schnarchen ist nicht ok und es hat auch nichts mit deinem Alter zu tun. Es hat mit deiner Atmung zu tun. Schließe einfach deinen Mund (einfach mal Klappe zu). Seitdem ich mich mehr mit der Atmung beschäftige und erfahren habe, wie schädlich Mundatmung ist, klebe ich mir nachts ein Pflaster auf den Mund. Einfach mal den Schnabel zumachen, grins* :))) Anfangs wollte ich nur testen, ob ich einen Unterschied spüre zu sonst, da ich überhaupt nicht einschätzen konnte, ob ich mit geschlossenem Mund schlafe, denn ich schnarche natürlich nicht. Zumindest habe ich es bisher selbst noch nicht gehört. 

Nach der ersten Nacht, war ich überrascht, wie wenig es mich gestört hatte. Ich konnte wunderbar schlafen und jetzt liebe ich es. Hätte ich Homeoffice und wäre ich nicht eine Frühstückerin, würde ich wahrscheinlich bis zum Mittag, das Pflaster auf dem Mund behalten. Es entspannt ungemein und ich konnte für mich feststellen, noch erholter aufzuwachen. 

Nasenatmung hat direkten Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem und hält unseren Körper leistungsfähig und gesund. 

Sie trainiert das Gewebe des Rachenraumes in geöffneter Stellung zu sein, wodurch das  Atmen leichter fällt. Unser Körper wird mit gefilterter, angewärmter und befeuchteter Luft versorgt und Gerüche lassen uns unsere Umwelt vielfältig und bewusst wahrnehmen. 

Also Nasenatmung ist schon mal richtig. 

Aber warum trägt gerade tiefes Atmen zum Chillen bei?

Wie vorher schon erwähnt, hat dein Atem einen direkten Einfluss auf dein Nervensystem. Denn unsere Lungen sind von Nerven durchzogen, die sich an beide Netzwerke des autonomen Nervensystem anschließen. Dem Parasympathikus und dem Sympathikus. Die Nerven vom Parasympathikus sind im unteren Lungenlappen. Je tiefer und sanfter man also einatmet und je länger man ausatmet, desto ruhiger und entspannter wird man. Im Übrigen ist der Mensch dafür gemacht, wenn er wach ist und wenn er schläft, in diesem Entspannungszustand zu sein. Fazit: CHILLEN macht uns menschlich. 

Die Nerven mit dem Zugang zum Sympathikusnetzwerk sind im oberen Anteil der Lungen. Diese nehmen die gegenteilige Rolle ein. Wenn man schnell und heftig in den Brustkorb atmet, lösen diese Nerven so etwas wie einen Notruf aus. Der Körper wird in Alarm versetzt, der Herzschlag beschleunigt, Adrenalin freigesetzt, Pupillen erweitert, Schmerz gemindert und das Denken verschärft … wir sind im Fight & Flight Modus. Der Atem ist das wichtigste Bindeglied zwischen Körper und Geist. Der Sympathikus kann innerhalb von Sekunden aktiviert werden, doch es kann bis über eine Stunde dauern, um wieder zu unserem Erholungszustand zurückzukehren. Bei ungünstigen Atemmustern kann der Sympathikus auch dauerhaft angeregt sein, was uns schlecht schlafen lässt, uns erschöpft und unser Immunsystem schwächt. 

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